Waage liefert nach Start unstabile Werte

Hallo zusammen!

Inspiriert vom hier vorgestellten HaniMandl - ich war absolut begeistert!!! - hat mich das Bastelfieber gepackt und ich hab mir kurzentschlossen ein paar Teile organisiert, um das ganze in ähnlicher Form nachzubauen.

Als Wägezelle habe ich mir diese hier besorgt:
https://www.amazon.de/dp/B075KLHZN6?ref=ppx_yo2ov_dt_b_product_details&th=1
( Aihasd Digitale Wägezelle Gewichtssensor 2KG Tragbar Elektronische Küchenwaage + HX711)

Allerdings habe ich das Problem, dass das gemessene Gewicht über eine längere Zeit nicht stabil ist.
Wenn ich die Waage tariere und mit 1000g bestücke, dann steigt das Gewicht innerhalb der ersten 1-2 Minuten auf ca. 1003g und sinkt dann irgendwann wieder leicht ab.

Das ganze habe ich mit einem RaspberryPI 3B, und einem Arduino UNO, jeweils mit verschiedenen Bibliotheken ausprobiert. Beim Raspberry scheinen die Abweichungen etwas größer gewesen zu sein, als beim Arduino.

Würdet ihr das als normales Verhalten bezeichnen, oder gehe ich das Vorhaben vllt doch etwas zu naiv an?

Ich hab den HX711 ohne Widerstände oder so, direkt an GRND, VCC 5V, sowie SCL und SCA angeschlossen.

Bin auf Eure Meinungen sehr gespannt!
Danke und Gruß,
Frank

Also ich vermute da kein Problem einer Library oder des Digitalteiles sondern ganz einfach die Temperaturdrift.
Der HX711 wird warm und da Du wahrscheinlich dauernd misst auch die DMS.
Wir reden hier von einer Drift von 3‰ - ist doch echt gut.
Das sollte sich aber in einem Raum ohne viel Luftbewegung irgendwann mal einpendeln.

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Ok, sowas vermute ich auch und für den Abwendungsfall scheint das auch nicht so relevant zu sein.

Danke für das Feedback!

Das ist ganz normal, Wägezellen erwärmen sich etwas durch die Versorgungsspannung und es verändert sich das gemessene Gewicht etwas.

Damit gibt es zwei (oder drei) Optionen damit umzugehen:

  1. Nur kurz messen, damit sich die Wägezellen nicht aufwärmt.
  2. Vorlauf einplanen und erst messen wenn ein Maximum erreicht ist.
  3. Das ganze als Teil der Messungenauigkeit ansehen. :-)

Experimentell siehst du das ganze gut, wenn du mit einer “kalten” Wägezellen alle 5 Sekunden misst und die Werte z.B. über den Serial Plotter grafisch darstellst. Dann solltest du gut sehen nach wie viel Zeit - ich schätze mal irgendwas zwischen 30 Sekunden und 1:30 Minuten - dein setup ein temperaturbedingtes Gewichtsplateau erreicht hat.

Ich vermute, dass die Abweichungen eher von der preiswerten China-Wägezelle stammen.

Beim BOB-Sensorkit wird die Wägezelle H30 der Firma Bosche benutzt, die über 50 € kostet. Die ist Ecken- und Temperatur-kompensiert, d.h. wenn man die Wägeplattform nur an einer Ecke belastet, weicht der Messwert nur etwas ab. Bei Temperaturschwankungen hält sich die Abweichung in Grenzen.

Über die Temperatur-Korrektur gibt es hier einen Beitrag.
Temperaturkompensation für Waage (Hardware/Firmware) - Hardwareentwicklung / hardware development / Scale design - Hiveeyes
Über die Temperaturdrift habe ich mich hier ausgelassen:
Temperaturdrift der Waage - Bee Observer / BOB Entwicklung - Hiveeyes
und
Ausreißer bei den Temperaturwerten, Drift bei den Gewichtswerten - Bee Observer / Fehleranalyse / Troubleshooting - Hiveeyes

Bei Küchen- und Personenwaagen wird immer nach dem Einschalten automatisch kalibriert und nach dem Messen ausgeschaltet. Dann fällt die Drift nicht weiter auf.

Ich habe das auch bei der Bosche beobachtet! Man muss unterscheiden zwischen eher mittelfristigen umgebungstemperaturbedingten Veränderungen und kurzfristigen Veränderung durch Bestromung. Bosche empfiehlt auch eine Minuten (oder gar länger) Aufwärmzeit vor reliablen Messungen.

Hi!

Nachdem ich letzte Woche diverse “Trocken-Tests” durchgeführt habe, bin ich zu der Erkenntnis gekommen, dass die Waage für den Use Case absolut ausreichend stabile Werte liefert.

Mein Stück Software scheint auch soweit zu funktionieren und als nächstes würde der Test mit einem gefüllten Hobock ausstehen, um die Ventilstellung grob zu justieren.

Habt ihr, wenn ihr an dem Punkt ward, direkt mit Honig gearbeitet, oder könnt ihr eine irgendwie geartete, wenig kostbare Referenz Flüssigkeit empfehlen?

Viele Grüße,
Frank

Wie schaut denn deine Hardware, insbesondere die Waage momentan aus? Einige haben ja Waage und Elektronik zusammengepackt, was ich recht unpraktisch finde, da bei diesem Design bei einem übergelaufenen Glas der Honig von der Waage in die Elektronik fließt. Bei mir ist Waage und Elektronik getrennt und ich könnte auch gut mit Wasser testen. Falls ein Überlauf deine Elektronik nicht gefährdet würde ich mit Wasser testen, hat zwar nicht die Viskosität von Honig, wenn das Ding aber (schnelles) Wasser kann kommt es mit Honig auch klar.

Baust du denn HaniMandl nach oder machst du was eigenes, weil du den Arduino Uno und RasPi erwähnt hast oder waren die nur zum Wägezellen testen?

Ich habe mich von der Idee des HaniMandl inspirieren lassen, aber eine eigene Konstruktion gebaut.

Aktuell werkelt im Herzen ein Arduino Uno, dazu kommt eine 2Kg Wägezelle, ein 20Kg Servo und ein kleines Oled Display.

Die Wägezelle ist getrennt von der Elektronik, so dass ich die zur Not auch fluten könnte.
Bei Wasser hätte ich allerdings die Bedenken, dass es aus dem Quetschhahn rausgeschossen, oder rausgespritzt kommt. Ist halt schon deutlich weniger viskos und auch viel leichter

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Hallo @htons,

es gibt zwar inzwischen viele Antworten, aber ich möchte meinen Senf auch gerne noch dazu geben:

Ich hatte nämlich einmal den Fall, dass das Gewicht (allerdings stärker als Du berichtest) aus unerfindlichen Gründen driftete. Das lag daran, dass ich mit meinen feuchten & fettigen Fingern die HX711 Platine berührt hatte und es dadurch offensichtlich zu einer Veränderung der Widerstände auf Seiten der Anschlüsse der Wägezelle kam.

Nachdem ich die Platine mit einem in Spiritus getränkten Wattestäbchen von den Fettspuren und sonstigen Verunreinigungen befreit hatte, lieferte die Zelle 1A stabile Werte.

Hth.

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