beeandme-Monitoring-System

Johannes Weber vom Stadtbienen e.V. hat mir vor ein paar Wochen eine Waage von beeand.me überlassen, die er in deren Pilot-Phase für Tests zur Verfügung gestellt bekommen hat. Ich habe die nun von Stadtbienen e.V. bekommen, da die Bienenbox für das “konventionelle” Waagen-Format wenig geeignet ist.

Die Waage besteht aus einer schön im Wabenzellen-Design geschnittenen Aluplatte als Basis und hat vier Füßen in denen jeweils eine Wägezelle verbaut ist:

Technisch interessant ist, dass die Verbindungs"kabel" der Wägezellen direkt - wie Leiterbahnen auf dem Alugestell aufgeschweißt sind.

Die Inbetriebnahme lief etwas holprig, man muss eigentlich nur das Ding initial starten und dann - wenn man möchte - tarieren. Bei mit funktionierte die Datenübertragung aber nicht. Nach einem Mail-Kontakt mit beeand.me lief es dann aber, was der Grund war wurde aber nicht kommuniziert.

Nun steht die Waage ein paar Tage und schon nach den ersten 24 Stunden sind mir komische “Muster” im Gewicht aufgefallen. Die Völker sind bei mir aufgefüttert. Bei den ein oder anderen muss noch mit einem Wabentausch Gewicht ausgeglichen werden, aber sonst sind keine großen Schwankungen aktuell erwartbar. Dennoch gabe es Ab- und Zunahmen von ca. 1 kg am Tag:

Gewichtsverlauf

Was tatsächlich passiert wird klar, wenn man sich den Temperaturverlauf anschaut:

Temperatur

Die Wägezellen scheinen also hochgradig Temperaturabhängig zu sein, und das schon im Normalbereich von 10 bis 20 °C!! Wundert mich sehr, dass dies nicht vorher getestet wurde und dass man sich für diese Wägezellen entschieden hat! Der Vollständigkeit halber noch die Feuchtigkeit:

Feuchtigkeit

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Hier noch ein paar Fotos:


Die Waage ist nett verpackt und kommt mit einer Anleitung daher. Sogar vier Reißnägel lagen bei, um das laminierte Werbeschild mit der Waagen-ID an der Beute zu befestigen.


Die Waage an sich ist mit 4,5 kg recht leicht.


Vom Format her ist sie für meinen Geschmack zu klein. Weder in der Breite …


noch in der Länge passt mein Boden dazu.


Hier sieht man den statischen Wahnsinn der aktuellen Bienenwaagen-Konzepte. Drei “Böden” von denen nur einer nötig wäre.

Man baut viele aktuelle Bienenwaagen wie eine Gemüsewaage bei der ich schnell eine Kiste Äpfel, dann eine Kiste Birnen und dann einen Sack Kartoffeln wiegen muss. Das Wägegut muss schnell drauf und wieder weg und auch eine Kiste die mal aus der Hand rutscht oder draufgeschmissen wird soll keine Beulen oder andere Schäden hinterlassen.

Wir haben hier drei (!) Ebenen von denen jede einzeln für eine Bienenbeute als Boden statisch reichen würde:

  • die dicke gelaserte Aluplatte der Waage
  • das Zwischenbrett, das leider wegen der unpassenden Formate sein muss und
  • den eigentlichen Boden der Beute

Das ist natürlich alles overkill und unnötig. Materialsparender wäre es die Wägesensoren direkt an den Boden der Beute zu schrauben!


Auch beim Beutenunterbau pass es nicht ganz und die Waage ist zu schmal.


Ein Blinki gibt es auch.


So schaut der Gesamtaufbau von vorne aus. Rechts mit Waage, Waagenunterkonstruktion und Bienenvolk. Links daneben auch ein 2-magaziner ohne Waage.


… und von der Seite …


… von hinten …


… und von unten.


Und aus der Ferne! ;-) Ja, es gibt auch Wein in Berlin! :-)

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Die Kollegen haben wohl wieder einen Preis bekommen:

Die Telekom schlachtet des gut aus, inkl. Hiphip-YouTube-Video:

Auch 2019 noch, eine Produktwebsite dazu hab ich immer noch nicht gefunden.

trotz des pfuschs bei der temperaturabhängigkeit? oh mann!

Auch hier geht es – trotz der langen Funkstille – weiter:

Aus einer Rundmail:

Wir haben das Jahr 2019 dazu verwendet, alle unsere Erfahrungen und das Feedback von vielen Nutzern in eine Neuentwicklung des BeeAndme Monitors zu stecken. Es stecken viele hundert Stunden Arbeit im neuen Portal und sehr viele neue Partner haben das alles erst ermöglicht.

Die schicke lasergeschnittene Waage mit 4 Gewichssensoren wurde mit dem “Standard-Modell” getauscht:

Ende November gibt es eine Vorstellung des neuen Systems und der Änderungen in Wien.

Das ist auch wichtig, denn mit der kompletten Erneuerung geht auch die Ära der “gelben Prototypenmonitore aus der Gründungszeit” zu Ende. Wir sehen uns nicht in der Lage, diese über das Kalenderjahr 2019 hinaus im Portal zu unterstützen. Wir möchten unsere Einladung auch als Informationsveranstaltung für eine Wechselmöglichkeit zu unserem neuen Monitor verstanden sehen - Genauere Messungen, Längere Laufzeit, Beste Analyse.

Auch die URL ist neu, nun firmiert beeandme unter einer GmbH:

https://www.beeandmegmbh.com/

xlog hat bei facebook gerade die beeandme-Vorstellung in Wien beworben, daher und mit diesen Bildern vermute ich, dass die Zusammenarbeit der beiden ein Teil der Neuerungen ist:

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Hier gibt es ein paar Zahlen: Moderne Tools für fleißige Bienen - f3 - Übersicht Bienen Start-ups

BeeAndme verkaufte bereits über 2000 Module für um die 1000 € pro Einheit.

Geht ihr eigentlich gerne zur Arbeit :smirk::wink:

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Auf den beeandme-Seiten ist deren erstes Waagen-Design fast vollständig verschwunden. Irgend etwas damit muß technisch oder betriebswirtschaftlich nicht mehr reparierbar gewesen sein, daß sie jetzt eine etablierte Waage branden (müssen)…

In deren shop gibts den Preis nur auf Anfrage, und dieses Produkt heißt, festhalten: “Corporate Responsible Digital Bee Hive Monitor Bundle” … urgs…


trackback zum xlog-Waagentread lokal: Xlog Bienenstockwaagen

Ja, völliger cut, Ende Oktober kam eine Mail

[…] denn mit der kompletten Erneuerung geht auch die Ära der “gelben Prototypenmonitore aus der Gründungszeit” zu Ende. Wir sehen uns nicht in der Lage, diese über das Kalenderjahr 2019 hinaus im Portal zu unterstützen.

Passt für mich auch mit der Ausage mit den 2000 “verkauften” Waagen nicht zusammen. Wenn die tatsächlich für 1000 EUR / Stück verkauft worden wären und nun nicht mehr supportet würden, gäbs doch sicher 'nen shitstorm.

Habe die eine Waage ja über stadtbienen.de bekommen zur Evaluation (und um für beeandme Daten zu generieren). Denke, die wurden verteilt und da wurde nicht viel verkauft.

Hatte im Herbst wieder mal auf den Knopf gedrück, da ging noch eine LED an, hat mich überrascht, dass die seit 2017 an noch Strom hat. Weiß aber auch nicht wie tauschfreundlich die Batterie tatsächlich ist, wenn sie leer ist. Technisch hatten wir bei den Wägezellen ja schon Temperaturabhängigkeiten festgestellt. Könnte man aber mit anderen Wägezellen oder einer Softwarekompensation fixen.

Denke eher die aufwändige Verarbeitung könnte ein Grund sein vom gelben Design wegzugehen, die lasergeschnittene Platte und die aufgeschweißten Leiterbahnen sind sicher nicht billig. Vielleicht sind die aufgeschweißten Bahnen auch nicht so optimal hinsichtlich Haltbarkeit, ggf. auch kombiniert mit dem Metallgestell und einer Erwärmung dessen ein Grund für temperaturbedingte Schwankungen … just guessing. Vom optischen Design jedenfalls auffällig und auch positiv hersaussteckend. Nur man hängt sich das Ding halt leider nicht ins Wohnzimmer, sondern es steht halb unsichtbar unterm Bienenkasten!

Hatte auch den Eindruck, dass die damaligen Leute hinter beeandme eher BWLer oder so waren und nicht selbst groß getüftelt haben, sondern mit funding-Geldern Aufträge vergeben haben.

Sie hatten damals ja auch mit “NB IoT” Werbung gemacht, mehr als einen Prototypen gab es vermutlich aber nicht, afaik senden die gelben Waagen im “normalen” Netz.

Mit xlog haben sie vermutlich einen kompetenten Hardware-Partner gefunden, sind damit aber auch nur noch reseller, die vielleicht noch ein eigenes Portal haben aber bei der Hardware-Entwicklung nicht mehr so dabei sind, auf der anderen Seite kann man so mit festeren Budgets arbeiten und sich die “Partner” aussuchen oder auch mal wechseln, wenn Preis oder Innovation nicht so sind wie man sich das wünscht.

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Hallo liebe Hiveeyes Community,

ich bin beeindruckt, wie sehr über BeeAndme diskutiert wird - wenn ihr fragen habt, stellt diese gerne jederzeit. Ich versuche sie nach bestem Wissen und Gewissen zu beantworten.

Wie ihr schon bemerkt habt, entwickeln wir jetzt gemeinsam mit MICRO EL die Hardware. Es gibt am Markt nur wenige kommerzielle Systeme, welche überhaupt verkauft werden. Das liegt m. E. daran, dass die individuelle Serienfertigung für diese Stückzahlen kaum machbar ist. Aber ich glaube, das dürfte auch klar sein. Nur ein „Reseller“ sind wir sicherlich nicht.

Wir haben ursprünglich als Studentenprojekt begonnen und anders als Wolf Waagen oder Bee Watch arbeiten wir mit internationalen CR Abteilungen zusammen und liefern dort IoT, die Bienen & Marketingsupport als Kombipaket. Deshalb auch der etwas sperrige Name ;) – Übrigens sind wir schon seit 2017 eine GmbH (Commercial Register: FN 465937 b).

Die alten Systeme gab es mit Mobilfunkmodulen sowohl mit NB IoT als auch mit 2G/3G. Je nach Netzabdeckung sind auch Kombimodule verbaut worden (bspw. Wanderinmker). Da liegt aber schon das Problem, je mehr Varianten sind desto Aufwändiger.

Der BeeAndme Monitor vom Post oben hatte offensichtlich die Temperaturkompensation nicht aktiviert, wenn so etwas auffällt, einfach ein Ticket aufmachen. Bei 1 kg – 1,5 kg Abweichungen kann man nicht mehr von Messwerten sprechen. Johannes sollte das eigentlich gewusst haben, wenn er den Monitor weitergeben hat.

Genauso wie die Telekom die analogen und ISDN Anschlüsse auf IP Umstellt um nicht zwei Welten parallel zu betreiben mussten wir den harten Schritt gehen die V1 und V2 Systeme und Plattform abzuschalten. Sonst würden weiterhin Lizenz- und Mobilfunkkosten auflaufen, eh klar. Johannes hatte übrigens eine Mail bekommen, die Leihstellung wieder zurück zu schicken ;)

Mit dem Relaunch der V3, also MICRO EL HW Basis, Firmware, Backend, Connectivity und Analytic haben wir eine gute Kombination aus allen Welten geschaffen. By the Way – Mobilfunkkosten sind immer inklusive - Lifetime – da haben wir einen guten Rahmenvertrag unterschreiben können. Bisher ist mir da kein anderes System bekannt, oder?

Natürlich ist es auch so, dass wir mit den Systemen Geld verdienen müssen um die laufenden Kosten zu decken. Aber ich kann euch beruhigen, keiner von uns fährt einen Firmenwagen oder hat eine Villa. Wir machen das, weil wir daran glauben die Welt etwas besser machen zu können.

Liebe Grüße,

Markus Berg
(beeandme.com)

Damals hatte ich das glaube ich sogar an Elma / Alija geschrieben, aber dazu nichts gehört, vielleicht gab es die Temperaturkompensation damals auch noch nicht, war einer der ersten Testwaagen.

Mit was schickt ihr denn aktuell die Daten, nur LTE Cat-NB1 (aka NB-IoT) oder gibt es einen backup-Pfad, wir hatten ja mit den FiPys rumgespielt und mit LTE Cat-NB1 doch einige Probleme bei der Abdeckung aufgetan. Ihr sendet nach wie vor noch im Telekom-Netz, oder?

Verstehe ich, aber muss man dann für einen max. 5 EUR teuren DS18B20 vom Imker fast 100 EUR nehmen? Nehmt doch dann bitte zumindest die etwas hochwertigere vergossene Version statt der Schrumpfschlauch-Variante!

Btw.:

und bei https://portal.beeandme.com/beeandme-portal/public/dashboard

504 Gateway Time-out

The server didn’t respond in time.

Könnte sein, daß Deinem browser dieses cert fehlt : SpaceSSL CA · SSL-Tools

Na, bei dem Preis werden es dann aber sicher die Echten™ sein, und nicht irgendwelche Nachbauten aus Chinesium… ;)

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Space SSL Sollte in den Browsern schon drin sein, ich hab an der Webapplication FW ein paar updates gemacht :wink: sorry!!

Mit den 100 Euro bezahlst Du naütrlich nicht nur die Hardware, sondern ermöglichst meiner Frau, meinen zwei Kindern und mir eine warme Mahlzeit.
Würden wir den Sensor für 5 Euro inkl. Einbau, Konfektionierung, Chargenprüfung, Versand, Service, Lagerhaltung, Dokumentation, Buchhaltung und Gewährleistung anbieten, müsste ich in den Fußgängerzonen mit dem Hut vor mir tanzen und singen.
Leider bin ich darin nicht besonders begabt, das willst Du weder sehen noch hören :wink:

Wir nutzen hier das vHLR der Telekom, das macht die Verwaltung übersichtlich. In welchem Netz sich die Systeme einbuchen hängt davon ab, welches am stärksten an dem Standort ist. Bpsw. für Deutschland roamen die Systeme zwischen Telekom, O2 und Vodafone. Nur auf ein Netz zu setzen, wäre meines erachtens fahrlässig.
Zu NB IoT will ich nicht anfangen zu philosophieren, 10 Menschen mit 100 Meinungen. Abhängig vom Kundenwusch können die Systeme von 2G - 5G ausgestattet werden. Auch 5G Campusnetzwerke mit eigenen Slices würden funtionieren. Allerdings sind die noch sehr rar und ob das im Detail sinn macht? :laughing: - daraus ergeben sich dann eben auch unterschiedliche laufzeiten.