Open Source Zuchtmaterial (OSZ) Lizenz für Apis mellifera und Apis cerana


#1

Dieser ganze Quatsch um Patente treibt schon kuriose Blüten:

http://opensourcebees.org/wp-content/uploads/2017/04/OSZ-Lizenz-APIMONDIA-DE-V3.pdf

oder knapp

Open Source Zuchtmaterial (OSZ) Lizenz für Apis mellifera und Apis cerana

Text für die Weitergabe von Zuchtmaterial mit gleichen Rechten und Pflichten
für alle insbesondere für die Verwendung auf Zuchtkarten

Mit Erwerb des Zuchtmaterials oder bei Öffnung der Verpackung dieses Zuchtmaterials akzeptieren Sie im Wege eines Vertrages die Regelungen eines kostenfreien Lizenzvertrages. Sie verpflichten sich vor allem, die Nutzung dieses Zuchtmateriales und seiner Weiterentwicklungen nicht z.B. durch Beanspruchung von Urheberrechten oder Patentrechten an Zuchtmaterialkomponenten zu beschränken. Zugleich dürfen Sie das Zuchtmaterial und daraus gewonnene Vermehrungen nur unter den Bedingungen dieser Lizenz an Dritte weitergeben. Die genauen Lizenzbestimmungen finden Sie in der beigefügten Dokumentation oder unter GMO

[Eine Vorlage, die bayrischen Züchtern zur Verfügung gestellt wird.]


#2

… aber nicht die “Apimondia Open Source Breeding Material (OSB) License” ist das “Kuriose”, sondern jene Dinge und Interessen, die solche Initiativen erst nötig machen.

Noch ist die züchterische Bearbeitung der Honigbiene eine, bei der Patente keine Rolle spielen, deshalb war (und ist) es sinnvoll, eine quelloffene Lizenz dafür zu schaffen. Sie erlaubt wie die GPL eine auch kommerzielle Nutzung, aber ohne Möglichkeit, darauf Patente anzumelden. Das ist der Sinn von Copyleft-Lizenzen.

Nicht nur der Berufsimkerverband, sondern auch der DIB stehen hinter der Lizenz: http://deutscherimkerbund.de/download/0-414 .

Bei Nutzpflanzenvarietäten ist man gezwungenermaßen schon etwas weiter: die Tomate “Sunviva” war vor einem Jahr die erste Tomatensorte unter einer freien Lizenz:

https://www.opensourceseeds.org/en/seed/tomato-„sunviva“
https://www.opensourceseeds.org/