H-Gestell ohne Mittelplatten und Distanzplatten

Spricht eigentlich was dagegen, die Wägezelle nach diesem Prinzip einzubauen? Warum wird hier immer mit Mittelplatten, Distanzplatten etc. gearbeitet? Kann man sich doch sparen?

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Dein Vorschlag berücksichtigt zwar diese Bedingung:

… aber die Bedingung, daß die Krafteinleitung in die Wägezelle orthogonal zur Aufstellungsebene zu efolgen hat, wirst Du durch die nicht zu kontrollierenden Torsionskräfte Deines Vorschlags nicht immer erfüllen können und dann schwere Meßfehler durch unerwünschte Verformungen des Wägezellen-Körpers erhalten.

Wenn schon kein versteiftes H mi zwei Mittelträgern, dann wenigstens über so einen Entwurf nachdenken (auch wegen Gemülle sinnvoller als Deine Idee):

Der Standard in bezug auf Verwindungssteifheit bleibt aber sowas hier:

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Aber die Torsion habe ich ja trotzdem in der Wägezelle. Ich kann das ganze natürlich noch um 90 Grad drehen und die Seitenlängen anpassen. Ich habe doch aber immer eine Torsion durch eine außermittige Krafteinleitung links/rechts oder eben vorne/hinten. Die Torsion in meinem H dürfte sich auf den Messwert ja nicht auswirken?

Das mit dem Gemüll lasse ich aber zählen, da habe ich nicht dran gedacht.

na, das sollte Dir aber nicht wichtiger sein, als die statischen und dynamischen Fragen, die Du aufwirfts!

Wenn Du die ‘Schenkel’ des H (also die Seknrechten beim Buchstaben ‘H’) gegeneinander verdrehst mit ihren tollen langen Hebeln, dann wird das Vierkantrohr, an welchem die Meßzelle angeschraubt ist, spiralförmig verbogen - damit wirkt eine zusätzliche Kraft auf die Zelle, die nicht mehr orthogonal belastet, sondern den Waagenkörper unerwünscht verformt. Dein Entwurf geht davon aus, daß diese beiden parallelen Stücken perfekt koplanar sind, sonst stimmt der benötigte Lastfall auch wieder nicht. Und diese Koplanarität wird Dein Beutenboden in der Realität ebenfalls nicht haben.

Außerdem: für die Befestigung der Zelle müßtest Du die mittleren Vierkantrohre perforieren. Die nötige(n) Öffnung(en) in den beiden Rohren bringt wieder erneute Instabilität rein, dies macht sie noch leichter verformbar.

Deshalb sind Plattform-Wägezellen gegen Eckenlastfehler bis zu der angegebenen Plattform-Größe kompensiert (bei guten Typen ist der sogar nach OIML R76 spezifiziert). Durch die spiralförmige Verwindung verformst Du aber die Auflagefläche der Zelle, und dafür ist keine Kompensation in den Zellen eingebaut.

Dann muss ich also nur ein starkes Profil nehmen für den gleichen Effekt. :wink:
Wenn ich in Gedanken an der Wiegezelle das Modell nach der technischen Mechanik 1 schneide erschließt sich mir das immer noch nicht. Das Biegemoment habe ich ja auch im ideal steifen Bauteil, das sich gar nicht verformt. Wenn sich das Ding so verformt, dass der Schwerpunkt wandert, ok. Vielleicht mache ich da aber auch einfach einen Fehler und ich sollte das mal richtig angehen.
Da die Faulheit oft siegt, läuft es wohl aber einfach auf den bewährten Entwurf von euch raus. :sweat_smile:

Schau’ mal hier die Fotos, Oliver: ;-)

ja, ganz schlimmer Drahtverhau…

Die Ecklastkompensation spielt da keine grosse Rolle

jau, denk ich auch - bei dem Ding gibt’s genügend andere Fehlerquellen! :)

danke für die Blumen, die gehören aber Manfred Raff und seiner Zeidler Memo.