Sommersonnenwende am 21.6.18 und was ist passiert?


#1

Ich schaue ja jeden Tag in meine Datenbank und sah bisher nur kontinuierliche Gewicht Steigerung meines Volkes. Aber seit dem 21.6.18 geht die Gewichtskurve nur nach unten. Habt ihr das auch beobachtet ? Hängst das mit der Sommersonnenwende zusammen ?


#2
  • Diesmal gab es zur Sonnenwende bei uns (Berlin-Brandenbug) einen deutlichen Wetterumschwung im Vergleich zu den Wochen davor. Der Durchzug des Tiefs am 21. brachte deutlich kälteres Wetter und in Folge feuchtere Luft und erheblichen Wind.

  • Nachdem hier die Winterlinde fast durch ist (immerhin fast zwei Wochen früher als ‘normal’) und auch die Silberlinden ungewöhnlich früh blühen, geht es mit den großen Trachten (zumindest hier) zuende.

  • durch das feucht-kühle Wetter bleiben sehr viele Flugbienen in der Beute und verbrauchen dort Vorräte.

Das gegenwärtige Trachtangebot, aber vor allem das im Moment für Bienen ungünstige Wetter werden Deine Beobachtungen erklären.


#3

Ich stimme Dir voll zu. Das Trachtende bei uns ist mit der Lindenblüte erreicht. Auch in der Landwirtschaft wird das Getreide bereits 4 Wochen früher hier in Brandenburg und Umgebung von Berlin eingefahren. Die Erträge der Bauern sollen bis zu 50 % eingebrochen sein, denn die Qualität des Getreides ist wegen fehlendem Regen im April und Mai sehr schlecht. Ich kann mich beim Honigertrag nicht beklagen, so werde ich jetzt zum 3. mal Honigwaben zum schleudern entnehmen. In Griechenland, wo ich auch Völker habe ist es genau umgekehrt. Dort ist noch kein Gramm Honig geerntet worden, weil der ganze Mai verregnet war. Verrückte Wetterkapriolen in Europa und bei uns.


#4

Noch eine gleichartige Beobachtung, hier bei @thias: nachdem mittags das Tief durchging, wurde in Folge auch in Potsdam das Wetter schlechter, was auch hier am Saldo ‘Eintrag vs. Verbrauch’ der Bienen erkennbar ist:


#5

Sehr interessante Darstellung mit dem Luftdruck. Gibt es hierfür auch Elemente? Dann könnte ich meine zweite Temperaturanzeige in der Beute tauschen in Luftdruck. Vielen Dank für Deine Darstellungen. Peter


#6

Hallo zusammen,

auch bei uns am Niederrhein ist ein sehr schlechtes “Honigjahr”. Der Winter war lang, die Völker kamen daher eher schwach aus dem Winter. Bei uns hat dann Apfel, Kirsche und Pflaume gleichzeitig geblüht und die schwachen Völker konnten die Tracht nicht “bedienen”. Danach war es im April/Mai sehr trocken und unsere Haupttracht, die Linde honigt anscheinend gar nicht und die Blüte ist durch. (Ca. 3 Wochen zu früh) Letztes Jahr war es ähnlich schlecht. Vergleicht mal die Messreihen von Volk 1 2015/16/17/18 miteinander. An den Standorten der Vereinskollegen sieht es ähnlich düster aus. (Waagen 4,5,6,8)

Auffällig viel hat jedoch Volk 6 eingetragen, dass am gleichen Standort wie Volk 5 steht. Ich muss den Kollegen mal fragen, ob er eine Erklärung dafür hat.

Alle Waagen und Standorte findet Ihr hier: https://www.imker-nettetal.de/ Menü rechts oben auf der Seite.

Und danke für die Einblicke in den Berliner Raum.

Gruß
Alex


#7

Ja - das sieht jetzt aber nicht ernsthaft schlecht aus, 2018 ist jedenfalls kein Reinfall:

Insgesamt teile ich Deine Einschätzung: die Botanik kam offenbar mit den Wetterlagen (längerer Winter, verzögerte Blütenentwicklung, dann zwei Monate Hitze und v.a. Trockenheit) besser klar, als die Bienen mit ihrer Volksentwicklung - und das bei einem Mastjahr für z.B. viele Äpfel hier.

… oder auf https://swarm.hiveeyes.org/grafana/d/vRdhr3kik/nettetal-aw-panel-repeat-version ! ;)
(Zusätzlich gibt’s in diesem dashboard die Feinstaub-Meßstation Spitalstraße (importiert von luftdaten.info) sowie den Niederschlag der DWD-Station Hülst. Die letztere mißt ausschließlich Niederschlag; ich werde diesem dashboard noch DWD-Stationen in Eurer Nähe hinzufügen, die außerdem andere meteorologische Größen erfassen.)

Gruß, Martin