Hallo, ich grüße euch aus der Region Hannover (Stadt Burgwedel OT Wettmar)

Ich heiße Michael Krelle, ich beschäftige mich mit der Apidologie und Phänologie. Im Januar 2021 möchte ich mit einem Forschungsprojekt beginnen. Das Thema wird sein Die Honigbiene im Klimawandel.
Die Honigbiene ist als Nutztier ein Sonderfall. Die oben genannten ökologischen Probleme, Insektengifte, ein Mangel an Blühpflanzen und der Klimawandel machen auch ihnen zu schaffen. Doch weil sich Menschen um sie kümmern, werden sie davon nicht aussterben.
Doch sie haben auch besondere Probleme:
So ist ein Grund für die Probleme bei Honigbienen die Überzüchtung. Um gegen den Umweltstress und die Varroamilbe zu bestehen, bräuchte es Widerstands- und anpassungsfähige Bienen. Doch die Bienenzucht war über Jahrzehnte hauptsächlich auf Bienen ausgerichtet, die viel Honig produzieren und sich einfach halten lassen. Diesen
friedlichen und fleißigen Bienen fehlt nun die Widerstandskraft.
Die Varroamilbe (Varroa destructor) ist eine nur 1-2 mm große Milbe, die Bienenstöcke befällt, den Erwachsenen Arbeiterinnen Blut absaugt und ihre Eier in die Brut der Bienen legt. Der Parasit kommt ursprünglich aus Asien. Während die asiatischen Honigbienen (Apis cerana) die Milben aushalten, ist die in Europa, Afrika und den Amerikas verbreitete Apis
mellifera sehr anfällig. Die Varroamilbe wurde erst in den späten 1960 er Jahren nach Osteuropa eingeschleppt und ist inzwischen fast auf der ganzen Welt verbreitet. Dazu kommt, dass manche konventionelle Imkerinnen zur Bekämpfung der Varroamilbe Chemikalien einsetzen, die auch die Bienen schwächen.

Moin, Michael.
schon, das Du zu uns gefunden hast…
Das Thema deiner Forschungsarbeit hast du sehr schön beschrieben. Allerdings vermisse ich Deine Beweggründe für genau dieses Thema. Wie willst du es erforschen und wie, können wir dir oder Du uns helfen.
Hast selbst Bienen die dir auch Daten zum analysieren liefern sollen? Oder sammelst Du nur Daten aus div. Quellen und versuchst diese zu Analysieren und aufzuarbeiten.
Was @wtf und natürlich andere an Wetterdaten über die letzten Jahre
hier zusammengetragen haben, ist echt der Hammer.

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Naja, bislang konzentrieren wir uns auf den Import halbwegs aktueller Daten. Nix was für klimatische Betrachtungen ausreichen könnte. Aber natürlich schielen wir (huhu @Andreas) hier und da auch mal auch auf die historischen Messwerte des DWD.

Wir reden immanent über Änderungen im Mittel von Zeiträumen von über 30 Jahren, sobald wir über “Klima” reden. Die Meteorologie hat da genug Futter.

Was aber mal für ne Betrachtung in dieser Richtung wirklich wirklich sinnvoll und lustig wär, wären langjährige Daten über Bienen-Völker. Zunächst so rudimentäres wie “Anzahl Völker pro Standort und Jahr” und denn halt “davon verstorben”, “davon an Varroa verstorben” und sowas (wie werden Ableger erfasst). So ne Art Archiv, Statistik, Langzeitstudien …

Als Nicht-Imker hab ich echt null Schimmer welche zentralen Bienen-Stockkarten-Bibliotheken es so gibt, geben mag, ob und wie diese auffind- und nutzbar sind. Aber dit Aufbringen dieser imkerlichen Daten (in digital!) erscheint mir erstmal als der weitaus größere Teil der Arbeit für solche Betrachtungen.

Naa? @clemens dazu vielleicht auch noch nen Gedanken oder drei?

Oder müsste-man-erstmal ne Aktion über alle möglichen Imkervereine der Welt anzetteln ihre Stockkarten mal wo digital so einzuhämmern, dass die für alle frei für so Studien nutzbar sind? Hat da die Forschung nicht vielleicht schon drölfzig Projekte?

Für die Winterverluste muss es Zahlen geben, zumindest wurde in allen Vereinen in denen ich bisher war gefragt wie viel wurden eingewintert, wie viele ausgewintert. Wie belastbar die Zahlen sind steht auf einem anderen Blatt, nicht jeder möchte in einer Vereinssitzung einen Totalverlust zugeben, wenn alle anderen nur 10 % Verlust haben … ich glaube in einem Verein ging auch eine Liste rum, was etwas anonymer ist, wenn keine Namen erfasst werden. Wie auch immer, der DIB (Deutsche Imkerbund) publiziert jährlich die Winterverlust-Daten! Zentral an einer Stelle habe ich sie gerade nicht gefunden.

Deutschland

[edit] Otten vom Fachzentrum Bienen und Imkerei in Mayen macht auch regelmäßig Online-Umfragen zu Winterverlusten

https://www.bienenjournal.de/news/winterverluste-bei-imkern/

Otten: Ja. Wir machen diese Umfrage online seit 21 Jahren, und mittlerweile beteiligen sich fast 12.000 Imker aus Deutschland mit Daten für über 150.000 Bienenvölker. Das sind immerhin mehr als zehn Prozent aller Bienenvölker in Deutschland.

D.h. an Daten der letzten 20 Jahre sollte man so rankommen. Normalerweise werden die Ergebnisse der Umfrage auch im Newsletter Infobrief Bienen@Imkerei - APIS e.V. veröffentlich, glaube den gibt es aber noch keine 20 Jahre, man kann aber auch Christoph Otten fragen oder beim DIB, ob es noch ätere Zahlen gibt.

Österreich

Dafür aber viele Infos aus Österreich:
http://bienenstand.at/winterverluste/

sogar mit einer interaktiven Datenbank! Wow!
http://data.bienenstand.at/

Europa (neuere Daten)

Es wird auch auf den europäischen Forschungsverbund https://coloss.org/ hingewiesen, die z.B. 2012/13 europaweit Daten von Winterverlusten gesammelt haben:
Winterverluste 2012/13 in anderen Ländern | Bienenstand.at

[edit2] Denke schon, dass die Winterverluste das erste sein könnten, was interessant ist. Dinge wie die absolute Völkerzahl hängen sehr von andern Einflüssen stark ab, z.B. ging die Völkerzahl in Deutschland nach der Wende ziemlich zurück, weil Honig einfach nichts mehr gekostet hat und das subventionierte staatliche System weggefallen ist. Da haben viele Imker aufgegebe oder reduziert, da es finanziell nicht mehr attraktiv war. Auch der “neue Imkerboom” brachte mehr Völker, hat aber mit den Klimadaten wenig zu tun. Ähnlich die alternde Imkerschaft bis in die 90er Jahre, die vermutlich auch zu weniger Völkern führte. Weiter die Varroa-Invasion in den 80ern (die ersten Milben kamen 1977 nach Deutschland) die zu Einbrüchen und Imkerei-Aufgaben führte aber nichts mit dem Klima zu tun hatte.

Übrigens sind die ersten Varroen in Deutschland nicht über die Ost- und Südeuropa-Schiene zu uns gekommen, sondern stammen direkt aus Asien. Von dort wurden apis cerana-Völker zu Forschungszwecken eingeführt, die den Parasit schon seit tausenden Jahren haben.

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@BeenBurgwedel / Michael, ich habe gerade hier https://coloss.org/news/research-project-the-honey-bee-in-climate-change/ dein Projekt ebenfalls gefunden und auch einen link zu deiner Spendenaktion auf betterplace.

Machst du das als Privatperson oder soll das eine Arbeit an einer Uni / FH werden? Möchtest du die Völker beobachten oder soll das etwas im Sinn von Citizen Science werden, d.h., dass andere ImkerInnen Daten beitragen können oder möchtest du von Wetter und Bienen Daten mit Sensorik erheben, wie wir es hier bei hiveeyes machen?

Wäre lieb, wenn du uns etwas mehr konkretes erzählen kannst, dann können wir vielleicht auch inhaltlich besser weiterhelfen.

Übrigens findes du zur Phänologie, den phänologischen Daten des DWD und unserem (Software-)Projekt phänodata vieles hier bei hiveeyes (Auswahl):

Hallo,
erstmal dankeschön für das interesse an meiner Arbeit.
Ich forsche als freiberuflicher Apidologe und Phänologe. Ich möchte mit eigenen Völkern forschen, sowie mit Daten von anderen Bienenhaltern arbeiten.
Im Anhang befindet sich ein kleines Konzept wie ich mir das ganze Grundlagenforschung vorstelle.
Über die Technik Frage in meiner Forschungsarbeit habe ich mir noch keine Gedanken gemacht.
Leider gibt es laut LAVES in Celle noch keinen Ansatz in dieser Richtung zu meinem Thema, was ein weiterer Motivationspunkt ist.

Phäno Biene1.pdf (52.9 KB)

Sicherlich gibt es zu dem Thema schon einiges an Forschungarbeiten. Klimawandel und Bienensterben liegen ja voll im Trend und es ist da sicher einiges leichter Forschungsgelder aufzutreiben. Soweit ich weiß gibt es aber aktuell keine offene Datenbank über Stockkarten. Die sind bei den einzelnen Imkern meißt auch ein relativ gut gehütetes Geheimnis.

Da von Dir gewählte Thema im Detail finde ich persönlich recht spannend ich habe hier auch noch eine sehr späte Massentracht und bin mit einfüttern und behandeln wenn ich diese mitnehmen möchte viel zu spät dran. Der Wilde Wein an meinem und den 2 Nachbarhäusern hat erst letzte Woche geblüht. Hammer, was dann am haus hier los ist. Das erstaunliche was ich dieses Jahr feststellen konnte war das alteingesessene Völker noch in der Brut sind, aber ein 2 Jähriges Volk das erst im Mai hierher gebracht wurde schon komplett raus ist. Entweder Zufall oder eine art Gedächtnis des Bien.