Bei phenodata haben wir das hemdsärmlig anders gemacht und die Prognose auf Grund von Beobachtungen der letzen Jahre geschätzt. Wäre spannend beide Verfahren zu kontrastieren:
Coole Sache, bin auch gerade dabei GTS einzubauen als Anzeige für jeden Standort in der meiner App. Die Verbindung zu gewissen Trachtpflanzen dazu geben erscheint mir Sinnvoll, da ich momentan einfach einen Graph mache und man muss selber die Daten Einschätzen ohne Referenz. Dachte bei mir aber irgendwie bei Kontrolle anstatt der aktuellen Temperatur (oder zusätzlich) die GTS abzuspeichern und damit eine Verbindung herzustellen.
Muss schauen wo es gute Daten zu GTS - Phenodaten gibt, auf die schnelle nur eine Vielzahl von kopierten Einträge gefunden ohne Quelle…
Die Liste auf der angegeben Seite ist ja recht gut aber auch nicht angegeben woher die Daten stammen: Einstellungen
Wir hatten die Grünlandsummen auch schon unter Temperatursummen in der Imkerei diskutiert, allerdings mehr mit Focus auf Brutentwicklung und Berechnung der offenen / verdeckelten / schlüpfenden Brut, was wichtig sein kann für die optimale Volksstärke bei Tracht / Schwarmverhalten siehe dazu auch den Artikel von Bernhard Heuvel: Die Temperatur im Blick, Deutsches Bienen-Journal, Heft-Nr. 2021/03, S.14-15
Temperatursummen für bestimmte Trachtpflanzen hatte ich punktuell mal bei Raps gehört, dass es aber schon ganze Tabellen für viele Pflanzen gibt war mir nicht so bewußt. Wie ist denn die Verlässlichkeit der bei beelot eingesetzten Zahlen und wo kommen die nochmal her?
Wir hatten damal eben die Daten der DWD Phänologie-Beobachter herangezogen um den Blühbeginn retrospektiv zu sehen und für die Prognose nur ein sehr hemdsärmeliges “Modell” verwendet: Forecasts - phenodata documentation
Der Ansatz von beelot ist natürlich viel universeller: Falls die Temperatursummen auch über geologische Zonen stabil sind könnte man überall auf der Welt und prognostisch bis in 30, 40 Jahren vorhersagen wann was blühen wird - wenn wir stabile Wetter-Modelle für diese Zeit haben. Ich finde es sehr spannen!!
Aber um die Verlässlichkeit der aktuellen Temperatursummen / Pflanze zu überprüfen wären eigentlich die historischen Daten des DWD für den Blühbeginn bzw. andere pflanzliche Entwicklungsphasen ideal. Damit könnte man mit der Datenbasis vieler Jahre die Kennzahlen überprüfen oder sogar für Pflanzen in der DWD-Datenbank berechnen, wenn es davon noch keine Summe gäbe. Leider ist der vom DWD beobachtete Pflanzenpool aber nicht sehr groß.
Unwissenschaftlich würde ich sagen, ist die Temperatursumme wahrscheinlich ziemlich wichtig für die Blüte, es geht aber auch viel um Bodentemperatur (zumindest beim Keimen also für die Einjährigen, deswegen ja auch wichtig für die Bauern beim Einsäen). Die Bodentemperatur und GTS hängt aber wahrscheinlich gut zusammen.
Weiß ich leider auch nicht im Internet findet ich nur Random angaben bis dato.
iNaturalist hat Community annotierte Datensätze, diese wollte ich mal für eine “What is Flowering Map” Idee hernehmen für meine App, aber nie dazu gekommen (bin seit kurzem auch Vater geworden also ist meine Freizeit leider noch weiter eingeschränkt).
Auch hier wieder der Hinweis auf unserer eigene (von @wtf realisierte) GTS-Darstellung im Grafana (habe gerade ein paar Dinge angepaßt, und damit funktioniert es dann wieder):
als Beispiel Bremen (andere Orte im dashboard oben links auswählbar, sinnvoll allerdings nur bei Orten, deren Historie gespeichert wird, also links von der vertikalen gelben Strichlinie Werte vorhanden sind. Meßwerte wie immer vom DWD-CDC, Vorhersagewerte vom DWD-MOSMIX; siehe disclaimer des dashboards.)
… dann passt das nicht um z.B. die Temperatursummen von 2025 mit den pflanzenspezifischen Temperatursummen aus Wasserburg bzw. den phänologischen Beobachtungsdaten des DWD zu kontrastieren.
Der DWD hat in seinem öffentlichen Daten vermutlich keine Temperatursummen die wir einfach importieren können, sonst hätte das Wetter / @wtf sicher gemacht! ;-)
Müsste man nicht die Temperatur in Fluglochhöhe nehmen und alle Werte unter 10 Grad ignorieren und dafür öfters am Tag messen, z.B. stündlich? dann bekäme man eine Art Bienenaktivitätssumme, die im Gegensatz zum Pflanzenwachstum die Sammelaktivität der Bienen beschreibt?
@HUW / Hans-Ulrich, man könnte sich sicher auch etwas in Richtung Bienenbiologie ausdenken, aber bei den Temperatursummen geht es erst einmal um die Pflanzen deren Entwicklung wir progonstizieren wollen und da ist die 10 °C-Grenze unerheblich, die wirkt sich ja nur auf die Flugaktivität und zwar ganz hart mit “ja” oder “nein” aus – wobie das “ja” nur ein bedingtes wäre, da Regen auch bei 20 °C dazu führt, dass eben nicht geflogen und gesammelt wird. An manchen kalten Tagen (< 10 °C) im frühen Jahr bei starker Sonneneinstrahlung hatte ich auch schon Bienen vor dem Stock rumfliegen gesehen, d.h. auch hier sind die 10 °C nur ein grober Richtwert. Auch ist die “Sammelaktivität” stark vom Angebot abhängig, wenn draußen viel blüht ist auch am Fluglich mehr los, bei gleicher Temperatur im Herbst oder nach der Linde ist es dann auch weniger. Bedingt gilt das ganze natürlich auch für die Grünlandtemperatursumme, auch da muss z.B. entspechender Regen oder Bodenqualität vorhanden sein, damit das “passt”. Sie ist aber gerade im Frühjahr deutlich weniger variabel als die “Bienenaktivität” und hauptsächlich temperaturabhängig.
Moin Clemens, vielen Dank für deine Antwort. Einverstanden, deine Argumente unterschreibe ich alle.
Meine Bienen fliegen auch manchmal bei kalten aber sonnigen Februartagen ( z.B. 8 Grad), sie erleichtern sich, aber sammeln nichts. Damit ist die Addition von 0 gerechtfertigt. Natürlich mache ich bei meiner Bienenaktivitätssumme an warmen Regentagen oder an warmen Sturmtagen einen Fehler. Natürlich ist ein schöner Tag zur Kastanienblüte wertvoller als ein warmer Tag 2 Monate später. Ich denke da stimmen wir überein. Ich hoffe jedoch, dass sich Regen- und Sturmtage über die Jahre herausmitteln und hoffe mit meiner Bienenaktivitätssumme z. B. das Auftreten von Schwärmen besser vorhersagen zu können. Ich hänge mal ein Bild meines Aufbaus an. In 10 Jahren lade ich dich zu einem Bier ein und dann sehen wir, ob die Art und Weise meiner Addition sinnvoll ist, einverstanden? Mit summenden Grüßen Hans-Ulrich